Hercules – The Rocks‘ größter Feind ist das Drehbuch

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Hercules bekommt innerhalb eines Jahres seine zweite Verfilmung. Diesmal versucht sich Regisseur Brett Ratner („Rush Hour“, „X-Men: Der letzte Widerstand“) daran, dem sagenumwobenen Helden aus der griechischen Antike ein angemessenes Opfer darzubieten – mit 100 Millionen-Dollar-Budget, in 3D und mit Dwayne „The Rock“ Johnson in der Hauptrolle.

Wer sich die Trailer zu „Hercules“ anschaut, glaubt zu wissen was auf ihn zukommt: Er sieht The Rock der gegen den nemeischen Löwen, die Hydra und den erymanthischen Eber kämpft und „I am Hercules!“ in die Kamera brüllt.

HERCULES

Bei näherer Betrachtung des Films kommt man schon relativ schnell zu dem Schluss, dass uns Regisseur Brett Ratner mit dem Trailer eine ziemlich lange Nase macht und uns stattdessen ein völlig anderes Drehbuch auftischt. Denn Ratners Hercules ist ein herumziehender Söldner, der sich und seine fünf Mitstreiter mit Auftragsarbeiten über Wasser hält.

Die 12 Taten, die er begangen haben soll, sind tatsächlich nicht weiter als Legenden und dienen nur dazu, Feinde abzuschrecken und die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen (Diese sind allerdings durchaus nicht schlecht, The Rock weiß natürlich durchaus zuzuschlagen!). Es ist also dieser Hercules und seine Freunde, die von König Cotys (John Hurt) beauftragt werden, sein Thrakien vor einem grausamen Kriegsherren (Tobias Santelmann) zu befreien.

herc

Die Zusammenstellung der Söldner erinnert dabei sehr an King Arthur mit Clive Owen (an diesen Film werdet ihr weiß Gott oft denken während den knapp 98 Minuten) oder jedes beliebige westliche Computer-Rollenspiel: Wir haben den Barbaren, die pfeilverschießende, leicht bekleidete Amazone, den Stummen, der schon zu viel gesehen hat, den komödiantischen Seher, den eifrigen Barden und natürlich den messerwerfenden Schurken.

Alle versammelt und erst der Beginn einer ganzen Reihe von Klischees, die noch bedient werden. Schauspielerisch tritt dabei aber immerhin Ian McShane in den Vordergrund, der in seiner Rolle als Seher die beste Performance abliefert und dessen Stimme ich einfach gerne lausche. Wer übrigens leicht spöttisch gesagt hat, dass Irina Shayk (Freundin von Cristiano Ronaldo) doch wohl nur gecasted wurde um hübsch auszusehen, dem sei gesagt: Jup. Ihr Text passt auf einen Bierdeckel. Und zwar die Art Bierdeckel, an denen man den ganzen Abend rumfriemelt, sodass am Ende nur noch Schnipsel übrig sind.

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