Offene Beziehung: Das Richtige für mich?

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„Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.“, sagte schon Napoleon Bonaparte, dessen Lust auf Eroberungen in jedwedem Kontext bestens verbrieft ist. Und kaum eine Frage in Sachen Liebe birgt so viel Konfliktpotential, wie das Konzept der offenen Beziehung. Kann diese Art der Partnerschaft funktionieren, und wenn ja: Wie?

Offene Beziehung – was ist das?

Generell ist man schlecht damit beraten, die Bindung zweier Menschen mit einer allgemeingültigen Definition beschreiben zu wollen und – soviel sei vorweg gesagt – der Erfolg einer offenen Beziehung steht und fällt damit, dass beide Beteiligten die gleiche Idee im Kopf haben und sich auf einen gemeinsamen Kurs verständigen. Im weitesten Sinne wird eine Beziehung aber dann als „offen“ bezeichnet, wenn sich das Paar darauf geeinigt hat, jeweils andere Sexualpartner haben zu dürfen, ohne dass eine emotionale Verbindung zu diesen „Dritten“ besteht.

Wozu eine offene Beziehung?
Beispiele für funktionierende Partnerschaften ohne sexuelle Treue gibt es zur Genüge, wie etwa die Geschichte von Christina und Marcus auf Secret.de beweist. Der Schlüssel für das Gelingen dieser Art Beziehung ist Ehrlichkeit zum Partner. Das beginnt schon damit, sich selbst und der anderen Person die eigentlich selbstverständliche Tatsache einzugestehen, dass der Reiz und das Interesse an anderen Menschen durch eine Bindung nicht einfach verfliegen.
Sexuelle Wünsche oder Fantasien, die der jeweils Andere nicht befriedigen kann, können durch die Auflösung des relativ starren Konstrukts der „festen Partnerschaft“ erfüllt werden, ohne dass man sich trennen muss. Dies kann dazu führen, dass beide Partner sich wohler fühlen,  die Zufriedenheit in der Beziehung steigt und man schließlich doch zusammen alt wird. Denn selbst eine Seelenverwandtschaft bedeutet ja nicht zwingend, dass man auch ein sexuelles Yin und Yang bildet.

Checkliste: Wann ist eine offene Beziehung das Richtige für uns?

Offenheit: Sei dir und deinem Partner gegenüber ehrlich, was deine Bedürfnisse betrifft.

Liebe: Bleibt das Fundament der Beziehung, sei sie offen oder „traditionell“. Gibt es kein starkes emotionales Band zwischen euch beiden, erteilt man sich nur einen Freibrief dafür, sich mit Netz und doppelte Boden schon einmal nach etwas Neuem umzusehen.

Ideale: Beide Partner müssen die gleichen Vorstellungen einer Beziehung haben. Wenn eine Seite der offenen Beziehung nur deswegen zustimmt, um den Anderen noch irgendwie zu halten, wird es nicht funktionieren.

Definition: Für euch Beide muss es einen klaren Unterschied geben zwischen „Sex“ und „Liebe machen“. Sex außerhalb der Beziehung ist erlaubt, während die echten Gefühle nur dem Partner vorbehalten sind.

Symmetrie: Klingt erst einmal abstrakt, ist aber ganz einfach: Eine offene Beziehung ist nur dann möglich, wenn Beide nicht nur den Willen sondern auch die Möglichkeit haben, mit anderen Menschen zu schlafen. Wenn sich eine Partei nach Herzenslust austoben kann, während die Andere nur daheim herumsitzt, ist das Modell zum Scheitern verurteilt.

Verhütung: Sollte eigentlich selbstverständlich sein und einleuchten. Ohne Kondome ist eine offene Beziehung undenkbar und ein unkalkulierbares Risiko für alle Beteiligte.

Bildnachweis/Urheberrechtsvermerk: „Creativa Images/Shutterstock“

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