Hörspiel-Rezension: Dorian Hunter – Dämonen-Killer 25: Die Masken des Dr. Faustus

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In der fast vierstündigen Trilogie „Die Masken des Dr. Faustus“ verschlägt es Dorian Hunter in das 16. Jahrhundert. In seinem dritten Leben als Georg Rudolf Speyer, jagt der Feind aller Dämonen dem geheimnisvollen goldenen Drudenfuß nach…

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Dämonen-Killen zur Fastnacht!

Die Vergangenheit kumuliert im Jetzt, als der Hermaphrodit Phillip zusammen mit dem erst kürzlich gefundenen goldenen Drudenfuß – die einzige Waffe, die dem Dämonendrilling Schaden zufügen kann – aus der Hayward-Villa entführt werden. Zur gleichen Zeit bietet der Dämon Olivaro, Dorian seine Hilfe an und zeigt sich bereit, den Dämonendrilling ein für alle Mal zu verraten. Doch dafür verlangt Olivaro, dass Dorian sich näher mit seinem dritten Leben als Georg Rudolf Speyer beschäftigt, welches auf die tragische Existenz des Juan Garcia de Tabera folgte.
Zur Mitte des 16. Jahrhunderts ist Speyer gerade in Toledo ebenfalls auf der Suche nach dem goldenen Drudenfuß. Als dieser bereits in greifbare Nähe rückt, verschwindet eine buntgewürfelte Schauspieltruppe mit dem wertvollen Kleinod. Speyer folgt den Spielmännern bis nach Hassfurt, wo der junge Scholar auf seinen alten Lehrmeister, den renommierten und einst angesehenen Dr. Johannes Faustus trifft, von dem es heißt, er hätte seine Seele an den Teufel verkauft. Kann er Dr. Faustus vertrauen oder ist dieser selbst mit den Dämonen im Bunde?
Zwischen den Zeiten springend, lüftet Dorian zielstrebig das Geheimnis des Dämonendrillings und dessen Schicksal im 16. Jahrhundert, das eng mit seinem eigenen verknüpft scheint. Zusammen mit seiner Inquisitionsabteilung, begibt sich der Dämonenjäger auf eine gefährliche Spur.
Atmosphäre pur
Atemberaubend schnell und genauso spannend präsentiert sich das jüngste Abenteuer des Dämonen-Killers Dorian Hunter. Episode 25 spielt geschickt mit dem Wechsel der Zeitebenen, der durch weiche Übergänge während der Dialoge ein stimmiges Gesamtbild vermittelt. Authentisch zeigt sich die Kulisse des mittelalterlichen Hassfurts, das durch Hintergrundbeschallung, auftretender Figuren und zeitgemäßer Dialoge lebhaft und zugleich von einer bösen, dämonischen Seite, zum Leben erweckt wird.
Zur Jubiläumsfolge wurde tief in die Schatztruhe der deutschen Sprecherelite gegriffen. Neben den Routiniers Thomas Schmuckert (Dorian) und Claudia Urbschat-Mingues (Coco), konnten mehr als 50 verschiedene Sprecher für die Die Masken des Dr. Faustus gewonnen werden. Eine beeindruckende Anzahl für ein Hörspiel.
Darunter viele geübte Synchronsprecher wie Tim Knauer als Georg Rudolf Speyer oder der hervorragende Janis Zaurins, der als Spielmannsführer Cherves Apillion überzeugt und mir durch seine wandlungsfähige Stimme ebenso zu gefallen gewusst hat.
Aus der Riege herausstechend, präsentiert sich dann jedoch die Charakterisierung des Dr. Faust, der lebensnah und mit sich ringend von einem überzeugenden Dieter Hallervorden in Szene gesetzt wird.
Gewohnt blutig zeigt sich wiederum der Handlungsverlauf, der bereits zu Beginn mit einem grausamen Dämonenritual beginnt und während der Geschichte nur wenig an Tempo verliert. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit sind Dorian und Georg von einer Welt des Todes umgeben. Auch hier zeigt sich die mittelalterliche Welt von ihrer brutalen Seite, insbesondere in dem von dämonischen Kräften verführten Hassfurt. Täglich gib es Hinrichtungen auf dem Dorfplatz; Mord und Todschlag, aber auch sexuelle Ausschweifungen bestimmen das Bild der kleinen Stadt. Mitten drin eine Schauspieltruppe, die mit Hilfe eines Theaterstücks versucht, gegen das Böse zu kämpfen. Tod, Erotik und dämonische Kräfte – DAS ist Dorian Hunter.
Dorian Hunter – Dämonen-Killer 25: Die Masken des Dr. Faustus erscheint auf vier CDs, mit einer Gesamtspielzeit von 270 Minuten. Die ersten drei CDs umfassen die Faustgeschichte mit den Folgen Mummenschanz, Hassfurt und Fastnacht. CD 4 hört auf den Titel Hunteresque und ist eine Bonusbeigabe mit 19 von Andreas Meyer produzierten Songs aus der Serie. Ebenso im Umfang enthalten, ist ein Booklet mit Informationen zur Originalgeschichte und zu den einzelnen musikalischen Stücken der vierten CD. Des Weiteren lässt sich hier ein aufschlussreiches Interview mit Dieter Hallervorden wiederfinden, in dem er über seine Erfahrungen mit der Rolle des Dr. Faust und über seine Synchronisationsarbeit spricht. Die hier rezensierte Komplettbox kann über den offiziellen Shop zum Preis von 29,95 Euro erworben werden. http://www.zaubermond.de/die-masken-des-dr-faustus-komplettbox.html
Fazit
„Die Masken des Dr. Faustus“ ist mit einer Spielzeit von 270 Minuten ein wahrer Leckerbissen für Fans des berühmten Dämonenjägers. Qualitativ hochwertig wird die spannende Geschichte des Georg Rudolf Speyer mit schnellen Schnitten und reibungslosen Zeitsprüngen erzählt. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, erfordert es doch ein aktives und aufmerksames Zuhören seitens des Hörers, doch dieses „Problem“ ist der bisherigen Dämonen-Killer-Reihe ja nicht fremd.
Der Wechsel des Regisseurs der Serie – von Marco Göllner zu Zaubermond-Verleger Dennis Ehrhardt – der mit der aktuellen Fausttrilogie sein Debut gibt, fällt nicht negativ auf und sollte Befürchtungen bezüglich eine Qualitätsverlustes aus den Reihen der langjährigen Gefolgschaft des Dämonen-Killers, entkräften.

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