RUBY CUP

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Gerade wurde der Jahresbericht 2016  veröffentlicht –  546 Autos,   5,5 Blauwale  oder  182 Elefanten:

Das entspricht etwa dem Gewicht an Tamponmüll, das durch die
Nutzungder Menstruationstasse Ruby Cup im letzten Jahr
der Umwelt erspart wurde. Doch Ruby Cup ist mehr als eine
nachhaltige Alternativezu Tampons & Co. Das Unternehmen sorgt
dafür, dass nach dem Prinzip, Buy One, Give One'
Menstruationstassen in Entwicklungsländern verteilt werden.
Eine klareKampfansage anhygienische Missstände  <> und die
daraus resultierenden Probleme.

Und das soziale Businessmodell funktioniert: Im Vergleich
zu 2015 konnte das Unternehmen die Zahl der gespendeten
Menstruationstassen vervierfachen. Bisher wurden insgesamt
knapp 25.000 Menstruationstassen an junge Frauen und Mädchen
verteilt, zum Teil in Zusammenarbeit mit NGOs.
Ende 2018 sollen es 50.000 Stück sein.



Für jede regulär verkaufte Tasse wird eine zweite an ein
Mädchen oder eine Frau in Asien oder Afrika gespendet, denn
in Entwicklungsländern ist die Menstruation ein Tabuthema
mit schwerwiegenden Folgen. Mangelnde Aufklärung und fehlende
Hygieneartikel führen dort zu Infektionskrankheiten, frühen
Schwangerschaften und Prostitution. Junge Mädchen sind darauf
angewiesen, Geld für Tampons zu beschaffen oder sie benutzen
alte Zeitungen, Socken oder Lehm, um das Blut aufzufangen.
Vielfach versäumen sie die Schule während ihrer Periode,
zahlreiche Mädchen brechen ihre Ausbildung ab, weil sie den
Anschluss verloren haben.

Ruby-Cup-Trainerinnen klären die Mädchen über die Vorgänge
in ihrem Körper auf und schulen sie im Umgang mit der
Menstruationstasse. 80% der Mädchen nutzen Ruby Cup nach
6 Monaten noch immer und kaum noch ein Mädchen verpasst
den Schulunterricht wegen seiner Periode.

 

                                     Interview mit Gründerin Julie Kjaer Weigaard

 

Warum habt Ihr Ruby Cup ins Leben gerufen? Es gibt doch schon genug Menstruationstassen.

Ja, es gibt heute viel mehr Anbieter als noch vor fünf Jahren, als wir angefangen haben. Ich bin durch meine Mitgründerin Maxie Matthiessen auf die Menstruationstassen aufmerksam geworden. Am Anfang dachte ich „Was für ein Quatsch“, aber als ich gelernt hatte, damit umzugehen, hat es mein Leben verändert. Dann haben wir uns mit der Materie beschäftigt und herausgefunden, dass Menstruation gerade in Entwicklungsländern ein heikles Thema ist. Die Mädchen dort können sich Tampons oder Binden einfach nicht leisten oder können sie nirgendwo kaufen. Unser Modell ‚Buy One, Give One‘ ist eine einfache, nachhaltige Lösung für diese Probleme und macht Ruby Cup zu etwas Besonderem: Wenn Du eine Tasse bei uns kaufst, tust Du Dir, dem Planeten und einem anderen Mädchen etwas Gutes.

Seht Ihr Euch mehr als Entwicklungshilfe-Projekt oder als wirtschaftliches Unternehmen?

Beides! Wir sind ein soziales Unternehmen, bei dem das eine das andere nicht ausschließt. Je besser es unserem Unternehmen geht, desto mehr Mädchen können wir helfen. 29 Euro ist ein normaler Preis für eine hochwertige, haltbare Menstruationstasse aus medizinischem Silikon. Bei uns kauft man eben zwei. Wir verzichten dabei natürlich auf einen erheblichen Teil unserer Marge, helfen aber vielen Mädchen, die ansonsten jeden Monat mit der Scham rund um ihre Periode zu kämpfen haben.

Ist es so schlimm?

Mädchen aus armen Gegenden nutzen häufig Lumpen, Zeitungen oder Lehm anstelle von Tampons und Binden. Das sind unhygienische Methoden, die das Risiko von Infektionen erhöhen. Die Periode ist noch immer ein Tabu, so dass die Mädchen sich schämen und Angst haben, weil sie nicht wissen, warum sie bluten. Sie denken zunächst an eine schlimme Krankheit. Sie trauen sich auch häufig nicht, während ihrer Periode zur Schule zu gehen. Außerdem prostituieren sich wirklich viele Mädchen, nur um ihre Monatshygiene zu finanzieren. Das kann natürlich zu frühen Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten führen.

Was denkt Ihr heute über Menstruationstassen? Was haben denn Frauen in der sogenannten westlichen Welt davon, so ein Teil zu benutzen?

Heute würde ich niemals wieder einen Tampon benutzen. Eine Menstruationstasse von Ruby Cup hält 10 Jahre, so spare ich Geld und produziere keinen Müll. Ich kann die Tasse dreimal so lange wie einen Tampon tragen, weil das Fassungsvermögen so groß ist. Sie trocknet die Vagina nicht aus und enthält keine Bleichmittel, Duftstoffe oder andere Zusätze wie etwa Tampons. Mit der Menstruationstasse bleibt einfach die natürliche Flora intakt.

Also ein Produkt ohne Nachteile?

Natürlich nicht. Die meisten Frauen müssen wie ich ein wenig üben, um die Tasse problemfrei anwenden zu können. Viele sind auch skeptisch, weil sie denken, dass die Reinigung kompliziert ist oder das Blut sie abstößt. Aber diese Zweifel verschwinden schnell. Ich fühle mich ehrlich gesagt sauberer mit der Tasse, es gibt keinen Geruch, keinen Müll. Viele unserer Kundinnen sagen uns, dass die Menstruationstasse ihr Leben verändert hat und dass sie davon gern schon vor Jahren gewusst hätten.