Das Smartphone als Weihnachtsgeschenk für Kinder?

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Kinder und Jugendliche verbringen deutlich zu viel Zeit mit ihrem Smartphone – daran besteht kein Zweifel. Schlimmer noch: Die Handynutzung ist in unseren Familien zum Streitthema Nr. 1 geworden.

Als Medienexperte begegnet Thomas Feibel auf seinen Reisen durch die Republik fast täglich Müttern
und Vätern, die in der Erziehungsarbeit an ihre Grenzen stoßen und nach bewährten Methoden
suchen, um die übermäßige Nutzung einzudämmen.

In seinem Buch „Jetzt pack doch mal das Handy weg!“ zeigt er anhand der besten Lösungsvorschläge, wie die digitale Erziehung gelingen kann. Aus zahlreichen Gesprächen mit Kinderärzten, Psychologen, Suchtexperten, Hirnforschern, Lehrern und Eltern entsteht ein individueller Leitfaden für jede Familie.

Die folgenden Tipps gibt uns der Autor mit auf den Weg:

Ab welchem Alter kann ich meinem Kind ein Smartphone überlassen?
Experten empfehlen ein eigenes Smartphone für ein Alter ab ungefähr zehn Jahren passend zum Übertritt in die weiterführende Schule.

Allerdings überlassen viele Eltern bereits ihren Grundschülern ihre alten Smartphones, denn sie sollen ja im Notfall erreichbar sein. Besser wäre aber in diesem Alter ein klassisches Handy, mit dem man „nur“ telefonieren und SMS schreiben kann. Am Nachmittag darf das Kind dann ggf. das Tablet der Eltern mit festen Zeitkontingenten nutzen.

Welches Smartphone ist das richtige für Kinder?
Unter Schüler herrscht oft Markendruck: Wer hat das neuste und beste Smartphone? Dieses Rennen können Eltern nicht gewinnen. Die Geräte sind teuer und einmal in Kinderhänden fallen sie herunter und gehen kaputt oder gar verloren. Allein darum ist es ratsam nicht das neuste oder beste Gerät zu kaufen, ein Smartphone der älteren Generation tut es auch.

Welchen Tarif buche ich dazu?
Im Sinne der Prävention ist Prepaid immer besser als die Bindung an einen Vertrag, denn Kinder müssen lernen, mit dem vorhandenen Volumen zu haushalten und auch damit umgehen können, wenn das Guthaben aufgebracht ist. Bei Vertragsbindungen sollte das Datenvolumen aus dem gleichen Grund unbedingt klein bleiben. Kinder finden ohnehin überall WLAN.

Was muss ich meinen Kindern bei der Benutzung mit auf den Weg geben?
Kinder, die über ein Smartphone verfügen, haben Zugang zum Internet mit all seinen Vorzügen, aber auch seinen Nachteilen. Sobald sie so ein Gerät besitzen, werden sie auch mit unschönen Dingen wie Kettenbriefen, Hatespeech, Cybermobbing etc. konfrontiert. Je nach Alter müssen diese Gefahren auf behutsame Art und Weise angesprochen werden, damit Kinder im Notfall wissen, wie sie zu reagieren haben. Sicher, das ist nicht schön und macht keinen Spaß, ist aber unverzichtbar.

Wie verhandle ich mit meinen Kids, wie oft, wo und wann sie das neue Gerät nutzen
dürfen?
Ohne Regeln geht nichts. Allerdings sollten wir die Regeln mit den Kindern im Dialog gemeinsam entwickeln und zusammen entscheiden, was passiert, wenn die Regeln nicht eingehalten werden. Dazu gibt es im Internet-ABC einen Vertragsbaukasten, der als Vorlage dient und ausgefüllt am Kühlschrank hängen kann.

Was raten Sie Eltern, damit der Konsum nicht überhand nimmt?
Neben den o.g. Regeln geht es vor allem um einen Punkt: Wir Eltern sollten wir mit unseren Kindern wieder mehr Zeit verbringen. Stichwort Qualitytime, also gemeinsame Unternehmungen, bei denen ein Smartphone stört. Wichtig ist aber auch, dass wir als Vorbilder unsere eigene Nutzung kritisch betrachten und die Zeit ohne Smartphone und mit unseren Kindern genießen.

„Jetzt pack doch mal das Handy weg“ ist am 13. Oktober im Ullstein Verlag erschienen.

Texte: PR / Ullstein Verlag