Alles Gute zum Geburtstag, Pippi Langstrumpf!

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Heute vor 73 Jahren wurde Astrid Lindgrens Buch erstmals veröffentlicht, und damit das Vorbild für Generationen geschaffen.

Astrid Lindgren schrieb in der Autobiografie ihrer Kindheit, Das entschwundene Land, dass ihre damals siebenjährige Tochter Karin im Winter 1941 den Namen der Figur Pippi Langstrumpf erfand. Das Mädchen, das sich häufig Namen ausdachte, lag mit einer Lungenentzündung im Bett und forderte ihre Mutter auf: „Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf.“ Astrid Lindgren, die ursprünglich nicht vorhatte, Schriftstellerin zu werden, schrieb die Erzählung erst im März 1944 nieder, als sie infolge eines verstauchten Fußes selbst liegen musste. Zum zehnten Geburtstag von Karin am 21. Mai 1944 schenkte sie ihr das Manuskript.

Pippi Langstrumpf gilt als literarisches Vorbild für die Frauenbewegung und den Feminismus, zeigt es doch entgegen tradierten Rollenbildern ein Mädchen, das mit ihrer gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrolle bricht und „stark, verwegen, ungehemmt, lustig, rebellisch und unbeeindruckt von Autoritäten“ ist. So habe das Buch „Generationen von Mädchen ermuntert, Spaß zu haben und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.“

Aufgrund des rebellischen und nonkonformistischen Verhaltens von Pippi und ihres Umgangs mit Autoritäten werden ihr gelegentlich auch anarchistische Züge zugeschrieben, dementsprechend ist sie auch Bezugspunkt für anarchistische Strömungen. „Eine Rotzgöre im Lumpenlook mit ritzeroten Zöpfen, die in einer maroden Villa haust und sämtliche Autoritäten ignoriert! Pippi ist eine Autonome und Anarchistin, lange bevor die Jahreszahl 1968 eine Bedeutung bekam; auch als Erfinderin des Punk – 40 Jahre vor den Sex Pistols – wird sie gerne bezeichnet.“

Seit den 1970er Jahren gab es Rassismus-Vorwürfe wegen der Darstellung von Schwarzen in Kinderbüchern, so auch gegenüber Pippi Langstrumpf. Dass sich schwarze Kinder Pippi bei einem Besuch in Afrika vor die Füße werfen, wurde als koloniale Manier gedeutet. 2009 wurde der Text der deutschen Ausgabe überarbeitet und die Bezeichnungen „Neger“ und „Zigeuner“ entfernt. Pippis Vater wurde vom Negerkönig der Originalausgabe von 1945 in Südseekönig umbenannt. In der DDR war der Begriff bereits durch König der Takatukaner ersetzt worden. Astrid Lindgren hatte zu Lebzeiten eine solche Bearbeitung untersagt.