Vor dem Verstummen: Ein Bildband über das Konzert im Holocaust Denkmal

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Um die Erinnerung zu bewahren, in einer Zeit, in der die letzten Überlebenden des Holocaust ihre Geschichte noch selbst erzählen können, setzte Daniel-Jan Girl durch die universelle Sprache der Musik ein Zeichen. Am 09. Mai 2008 wurde die Idee des Initiators Realität und es entstand ein einmaliges Konzert in Mitten des Holocaust Denkmals in Berlin. Der Bildband umfasst nun die Entstehung des Denkmals von 1989 an bis zum Jubiläumsjahr 2010 mit besonderem Augenmerk auf das Konzert, der Uraufführung von „Vor dem Verstummen“ des deutschen Komponisten Harald Weiss. Der Bildband erscheint am 14. Dezember 2018 über amazon.de oder im lokalen Buchhandel bei Dussmann in Berlin. Fünf Euro von jedem verkauften Buch gehen an den Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.

Die Protagonisten

Vom ersten Aufruf bis zur Einweihung des Denkmals hat es ganze 17 Jahre gedauert. „Zentral, mitten in der deutschen Hauptstadt zeugt nun dieses Denkmal davon, dass im Land der Täter die Opfer geehrt werden, dass diese schandbare Tat unübersehbar dokumentiert wird“, erklärt Lea Rosh, Präsidentin des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e. V. die Beweggründe. In der Nähe der ehemaligen Reichskanzlei, des „Führerbunkers“ und des Todesstreifens werden mittlerweile an die 13.000 Schicksale sichtbar gemacht.

Nur wenige Jahre nach der Eröffnung entstand die Idee zu einem einmaligen „Konzert im Denkmal“. Die Musik sollte alle Menschen ansprechen, vor allem aber die nächste Generation. „Wir alle sollten uns unserer Verantwortung bewusst sein. Gegenüber der Vergangenheit und der Zukunft“, sagt Initiator Daniel-Jan Girl über die Idee dahinter. Die Grundlage der Komposition von Harald Weiss war das Gedicht „Welke Blätter“ von Selma Meerbaum-Eisinger, die im Zwangsarbeitslager starb. An der Uraufführung am 09. Mai 2008 waren insgesamt 24 Musiker der Kammersymphonie mit dem Dirigenten Lothar Zagrosek unter der Leitung von Jürgen Bruns und die Sopranistin Tanja Simic Queiroz beteiligt.

Das Konzert im Denkmal

Die Uraufführung von „Vor dem Verstummen“ nimmt den größten Teil des Buches ein. Am Abend des 09. Mai 2008 versammelten sich an die 3.000 Menschen im Denkmal. Die Besucher konnten sich während des Konzertes frei im Denkmal bewegen und so ihr eigenes Klangerlebnis erschaffen. Die Aufführung zwischen den 2.711 Stelen hatte die Musiker vor eine organisatorische Herausforderung gestellt. Der Dirigent befand sich während des Konzertes in der Mitte des Denkmals, was einen visuellen Kontakt zwischen den Musikern in einem 100 Meter Radius fast unmöglich macht. So wurden diese, sofern sie sich nicht in einer Sichtachse befanden, über Monitore miteinander verbunden. Trotz der eindrucksvollen Uraufführung, sollte diese die einzige bleiben. Um das Konzert dauerhaft erlebbar zu machen, wurde das weltweit erste virtuelle Konzert realisiert. In einem komplizierten Verfahren wurde die Musik erneut aufgenommen und kann seit 2012 durch einen QR-Code im Boden über das Smartphone noch einmal erlebt werden.

Quelle: Pressemitteilung Macheete

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