Die besten Momente des Eurovision Song Contest

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Der Eurovision Song Contest in Tel Aviv, Israel unter dem Motto “Dare to Dream” ist vorbei. Die Niederlande konnten in dem traditionell kitschigen Wettbewerb triumphieren und den begehrten Titel gewinnen, der vor einem unangenehmen politischen Hintergrund stand. Duncan Laurence war schon vor der Show der feste Favorit. Der kaum bekannte holländische Sänger erhielt nach der Aufführung seines Songs “Arcade” begeisterten Beifall in der Arena, nachdem er sein Lied „Arcade“ aufgeführt hatte und stach damit sowohl in der öffentlichen Wertung, als auch auch bei der Jury Italien und Russland aus.

„Das ist für die großen Träume. Das ist dafür, daß Musik immer zuerst kommt“, sagte er, nachdem er erstmals seit 1975 den Sieg für sein Land holte. Auf den unrühmlichen letzten Platz hingegen wurde der britische Sänger Michael Rice mit seinem Song “Bigger Than Us” verwiesen. Aufgelockert wurde der Abend durch eine Aufführung des amerikanischen Superstars Madonna und ein Publikumssegment, in dem frühere Gewinner Hits aus der Wettbewerbsgeschichte singen konnten.

Aber wie einige ESC in der Vergangenheit, hatte auch der Eurovision Song Contest 2019 mit einer schwierigen, politischen Auseinandersetzung zu kämpfen. Nach Protesten in der Gastgeberstadt und im Ausland im Vorfeld der Sendung hisste die beliebte isländische Gruppe Hatari während der Sendung palästinensische Flaggen. Auch Madonna drückte durch die Performance ihrer Hintergrundtänzer eine Botschaft für Frieden und Völkerverständigung aus. Diese trugen während der Show sowohl palästinensische als auch israelische Flaggen auf dem Rücken.

Denkwürdige Momente des Eurovision Song Contest 2019

Island und der Heavy Metal

Die isländische Synth-Bondage-Metal-Gruppe Hatari, die vermutlich am meisten mit Spannung erwarteten Teilnehmer der Nacht, beeindruckten mit einer schrillen und Stroboskoplastigen Darbietung ihres Songs “Hatrið mun sigra”, welche die Juroren allerdings nicht wirklich überzeugen konnte, so daß es nur für den 10. Platz reichte.

Zwei Mitglieder der Gruppe hatten den Medien schon im Vorfeld mitgeteilt, dass sie daran interessiert seien, das Ereignis zu politisieren. Und genau dies taten sie dann auch, indem sie während der Verkündung der Votings eine palästinensische Flagge präsentierten.

Australiens Oper

Wer sich fragt, warum Australien nun schon zum viertem Mal beim Eurovision Song Contest dabei ist, den dürfte folgende Erklärung des Nachrichtenmagazins t-online interessieren: Die Veranstalter betonen stets, dass es nicht European Song Contest sondern Eurovision Song Contest heißt – weswegen alle Länder, die in der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind, teilnehmen dürfen. Länder wie Israel oder Aserbaidschan nehmen diese Möglichkeit in Anspruch. Die Ausnahme ist Australien: In Down Under hat der ESC seit 1974 eine große Fangemeinde. 2015 durfte das Land zum 60. Jubiläum des Wettbewerbs im Finale teilnehmen und erreichte auf Anhieb den fünften Platz.

Kate Miller-Heidkes Beitrag “Zero Gravity” enthielt einen Refrain im Opernstil und eine beeindruckende Tonartumstellung. Sie konnte aber damit nur bedingt bei den Jurys punkten und schaffte es letztendlich nur auf den neunten Platz, wodurch die schwierige Frage, ob der ESC 2020 vielleicht in Australien ausgetragen werden müsste, gar nicht erst gestellt werden muss.

Das Comeback von Conchita Wurst

Der Auftritt und der Sieg von Drag Queen Conchita Wurst, alias Thomas Neuwirth, 2014 in Österreich hatte damals für viel Aufsehen und Diskussionen über Genderidentität geführt. Von daher war dem Wiedersehen auf der Eurovision-Bühne von vielen Fans entgegen gefiebert worden. Doch statt dem damaligen Siegtitel, spielte Conchita den Song “Heroes”, mit dem Mans Zelmerlows 2015 für Schweden gewann.

Der Auftritt von Conchita Wurst war auch der Auftakt eines Showabschnitts, in dem mehrere frühere ESC-Gewinner auf die Bühne kamen, um die Songs anderer früherer Teilnehmer zum Besten zu geben. Måns Zelmerlöw, Sieger 2015 in Wien, Eleni Foureira, Zweite 2018 in Lissabon, und Verka Serduchka, Zweite in Helsinki 2007 waren außerdem noch dabei. Beendet wurde dieser Teil durch einen gemeinsamen Auftritt mit der Lokalmatadorin Gali Atari, der ESC-Siegerin von 1979 in Jerusalem, bei dem sie deren legendären Song “Hallelujah” zusammen darbrachten.

Madonna präsentiert ihre neue Single “Future”

Der Pop-Superstar Madonna eröffnete ihre Showeinlage mit ihrem Klassiker „Like A Prayer“, bevor sie gemeinsam mit dem Atlanta-Rapper Quavo ihre neue Single „Future“ veröffentlichte. Der Auftritt sorgte aufgrund einer ziemlich schwachen gesanglichen Leistung ihrerseits in den sozialen Medien für allerlei Aufregung. Der Star nutzte auch die Gelegenheit, um sich zu den politischen Spannungen in der Region zu äußern. Am Ende des Sets gingen zwei Tänzer Arm in Arm mit einer israelischen und einer palästinensischen Flagge auf dem Rücken davon. “Ihr seid alle Gewinner”, sagte sie den Teilnehmern der Show, “Unterschätzen wir niemals die Kraft der Musik, um Menschen zusammenzubringen.”

Alle Platzierungen im Überblick:

1 Niederlande Duncan Laurence “Arcade”
2 Italien Mahmood “Soldi”
3 Russland Sergey Lazarev “Scream”
4 Schweiz Luca Hänni “She Got Me”
5 Norwegen KEiiNO “Spirit In The Sky”
6 Schweden John Lundvik “Too Late For Love”
7 Aserbaidschan Chingiz “Truth”
8 Nordmazedonien Tamara Todevska “Proud”
9 Australien Kate Miller-Heidke “Zero Gravity”
10 Island Hatari “Hatrið mun sigra”
11 Tschechische Republik Lake Malawi “Friend Of A Friend”
12 Dänemark Leonora “Love Is Forever”
13 Slowenien Zala Kralj & Gašper Šantl “Sebi”
14 Frankreich Bilal Hassani “Roi”
15 Zypern Tamta “Replay”
16 Malta Michela “Chameleon”
17 Serbien Nevena Božović “Kruna”
18 Albanien Jonida Maliqi “Ktheju tokës”
19 Estland Victor Crone “Storm”
20 San Marino Serhat “Say Na Na Na”
21 Griechenland Katerine Duska “Better Love”
22 Spanien Miki “La venda”
23 Israel Kobi Marimi “Home”
24 Deutschland S!sters “Sister”
25 Weißrussland Zena “Like It”
26 Großbritannien (UK) Michael Rice “Bigger Than Us”

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